11-D-G2-11
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11.2 (4) Vorbereitung auf die zentrale Klausur am Ende der Einführungsphase + Der Zeichencharakter der Sprache
Die zentrale Klausur am Ende der Einführungsphase macht folgenden Sinn und wird die folgenden zwei Themen betreffen. Zur Orientierung gibt es zu den beiden Themen je eine Beispielklausur zum Gegenstandsbereich fiktionaler Text und Sachtext.

Zentrale Klausur
Themen

Beipielklausuren:
Fiktionaler Text

Sachtext
Unser Beispiel 1
Unser Beispiel 2

11.2 (3) (Un-)Verantwortlich handelnde Figuren in dramatischen Texten
Nach dem ersten Abwurf einer Atombombe in Hiroshima und Nagasaki ist alles anders. Nichts ist mehr so zu denken wie zuvor. Das sieht man auch am Theater ....

Physiker
Galileo Galilei

11.1 (2) Ausdrucksformen des Ich in lyrischen Texten
Anders als in der Epik, in der der Autor in eine fiktive Erzählerfigur schlüpft und aus dieser Perspektive als Ich-, auktorialer oder personaler Erzähler aktiv wird, schlüpft der Autor in der Lyrik in ein fiktives lyrisches Ich, dessen Gefühle aus dieser Warte ausgedrückt werden. Lyrische Texte sind kunstvolle Sprachgebilde, in denen Form- und Inhaltselemente in einem wohldurchdachten bedeutungsvollen Zusammenhang stehen.

Um uns diesem Spannungsverhältnisch von Form und Inhalt verständig zu nähern, betrachten wir zunächst einmal Gedichte als Wortmandalas: Ein noch nicht ausgemaltes Mandala stellt zunächst einmal eine wohlgeformte Grundform dar, die häufig kreisförmig angeordnet sich wiederholende Strukturen bietet. Eure Aufgabe ist nun zunächst, "krasse Gefühle" beim Ausfüllen eines Mandalas in dessen o.g. Grundform farblich einzutragen. Die beiden erste Mandalas zeigen in gleicher Grundstruktur zum Thema "Wut und Zorn" und zum Thema "Liebe und Leidenschaft" durch ihre Färbung ganz eindeutig die unterschiedlichen Gefühlslagen der Themavorgabe. Beim dritten Mandala zum Thema "Sehnsucht" war euch ebenfalls mit großer Übereinstimmung klar, dass unter den über 10 Themen, die zur Auswahl standen, hier das Thema "Sehnsucht" gewählt worden war. Die beiden folgenden Mandalas zum Thema "Brutalität" zeigen beide, dass dieses Gefühl irgendwie nicht brav und ordentlich ausgemalt in eine symmetrisch ebenmäßige Form passt. Das Gefühl der Brutalität sprengt eine solche harmonische Form. Es verlangt geradezu danach, die harmonische Form zu zerstören, um der Brutalität den passenden Ausdruck geben zu können. Ebenso wird im letzten Mandala das paradox gegensätzliche Gefühl der "Hassliebe" in einer entsprechend gegensätzlichen Farbgebung deutlich, so dass auch hier die meisten spontan das richtige Thema zuordneten. So wird hier deutlich was Umberto Eco meint, wenn er sagt: "dass die Emotion auch dann entsteht, wenn die Bedeutung nicht sofort klar wird".

Als nächstes untersuchen wir eine Liste rhetorischer Mittel daraufhin, mit welchen von ihnen in Gedichten das beschrieben werden kann, was in den Mandalas dem unausgemalten Vordruck entspricht, in den dann die Gefühle teilweise formzerstörend eingemalt wurden.

Konkret beschäftigen wir uns mit dem Thema Liebe bzw. Liebeskyrik. Wir lesen Clemens von Brentanos "Der Spinnerin Nachtlied" und Detlev von Liliencrons "Früh am Tage". Beide Gedichte benutzen das gleiche Thema ganz anders. Das zu verstehen, verlangt einerseits, die Gedichte zunächst nur aus sich heraus, also werkimmanent zu betrachten. Andererseits können sie aber komplett richtig nur als Gedichte ihrer jeweiligen historischen Zeit verstanden werden. So kommt in der Romantik das Thema Liebe zumeist als zerbrochenes Liebesglück daher, dass auf diese Weise auch die Stimmung der Zeit spiegelt, in der die Bürger nach dem Untergang Napoleons auch all ihre Hoffnungen auf Freiheit zerbrochen und in dieser ihrer Welt darauf keine Hoffnung mehr sahen. - Ganz anders bei Liliencron: Hier kommt das Thema Liebe als verbotene Liebe daher. Sie wird im Impressionismus in einzelnen Bildern locker und heiter, für die Zeit frivol bis pikant sowie einzeldetailreich "gemalt", so dass diese sprachlichen Bilder ein Gegenbild zu einer eher tristen und engen Zeit sein konnten, so wie sich eben das heraufziehende Industriezeitalter in Richtung auf den 1. Weltkrieg den zeitgenössischen Lesern zeigte.

Mandalas

Lyrisches Ich

Eco:
Poetische Funktion
der Sprache

Rhetorische Mittel

Gedichte:

Der Spinnerin Nachtlied

Strukturmandalas

Mandalas
von Caner und Pia


(Nachtigallengesang)

Liliencron:
Früh am Tage

Romantik
Impressionismus

3. zu "Früh am Tage"

Rock-Lyrik
von heute

11.1 (1) Einführung in literarische Formen und Methoden der Textanalyse anhand kurzer epischer Texte mit dem Schwerpunkt der Ich-Darstellung
Ausgehend vom Kommunikationsmodell von Schulz von Thun gehen wir auf Kurzgeschichten zu, in denen Kommunikationsstörungen eine Rolle spielen, und gewinnen so zusätzliche Argumentationsmöglichkeiten für die Interpretation. Insgesamt stützen wir uns dabei auf den Wiederholungszusammenhang des Schaubildes "Autoren-Texte-Leser".
Auf diesem Hintergrund wenden wir uns dann Kurzgeschichten zu, in der thematischen Zentrum Kommunikation steht und befassen uns eingangs zur Vereinheitlichung unserer Arbeitsmethodik, da ihr ja aus den unterschiedlichsten Deutschunterrichten kommt, mit einem Gliederungsschema für Interpretationen.
Bitte beachten: Der Adressat eures Interpretationsaufsatz, z.B. in einer Klausur, ist nicht euer Deutschlehrer, der irgendwie erahnen können soll, ob ihr etwas gelernt habt. - Nein, der Adressat ist ein ganz normal intelligenter Leser, dem ihr argumentativ in geordneten Schritten deutlich machen können sollt, wie ihr eure Textanalyse fachlich begründet. Der korrigierende Deutschlehrer muss sich bei der "Korrektur" eurer Klausur die Frage stellen, ob ihr eurem Leser klar geordnet und fachlich richtig begründen könnt, warum die von euch ins Auge gefasste Textaussage so und nicht anders lauten muss.

Schulz von Thun
(Thun im Web)
Autoren-Texte-Leser
Erzählhaltungen
Gedankendarstellung
Novak: Eis
Link: Uni Essen

Gliederungsschema
Musterlösung